Ein Typ berichtet davon, dass einer seiner Kumpels beim Fußballspielen in der Wohnung seinen an der Wand hängenden, riesigen Plasmafernseher getroffen und zerdeppert hat. Das Einzige, worüber er sich anschließend Gedanken macht, ist das, ob er es nicht schaffen könnte, das TV-Programm auf seinem Laptop zu gucken.
Mal ehrlich: Haben wir nicht alle gelernt, dass in der Wohnung kein Fußball gespielt wird? Hat Muttern uns das nicht oft genug mit erhobener Stimme und ebensolchem Zeigefinger entgegengeworfen? Außerdem würde ICH ja erst mal dem „Kumpel“ eine verpassen und ihm die Reparatur bzw. Neuanschaffung des Fernsehgerätes in Rechnung stellen, bevor ich mir Gedanken darüber machen würde, ob ich das TV-Programm nicht auch auf meinem Laptop empfangen kann.
Ein Mann liegt bäuchlings im Bett, daneben sitzt seine Freundin. Sie fährt ihm mit Joghurt-Gummibärchen über den Rücken und lobpreist dieses Produkt, dass es absolut vegetarisch sei. Zum Schluss fordert sie den Zuschauer noch auf „Be veggie“, also praktisch „vegisch“ zu sein; die fehlenden Silben „etar“ werden in der modernen, stylischen Sprache einfach mal so unterschlagen.
Mal ehrlich: Sind Vegetarier also heutzutage nur noch „Vegier“? Über das bewusste Erfinden von neuen, stylischen, unnützen Worten in der Werbung kann ich mich prima stundenlang aufregen. So wie in dieser Handy-Werbung, wo das Handy über „eine vollwertige Qwertz-Tastatur“ verfügt. Aber zurück zum „vegischen“ Spot: Wieso wirbt ein Frucht-Joghurt-Gummi-Hersteller damit, dass seine Produkte offensichtlich kein Fleisch enthalten? Hat man es vorher darin vermutet? Schmeckten die Erdbeer-Dinger nach Schnitzel, die Kirsch-Dinger nach Bratwurst und die Zitronen-Dinger nach Rindergulasch? Warum wirbt nicht gleich der bekannte Geflügelwurst-Hersteller damit, dass in seiner Wurst kein Fruchtfleisch enthalten ist?
Eine Frau verlässt ihre Wohnung und wird an der Haustür durch ein Zettelchen daran erinnert, das Trinken nicht zu vergessen. Einer anderen Frau geht es in anderen Situationen ähnlich. Auf der Arbeit sitzen dann beide zusammen und trinken das umworbene Wasser mit Fruchtgeschmack. AUS DER FLASCHE!
Mal ehrlich: Auch hier muss ich wohl Muttern anführen, die erneut mit erhobenen Organen mahnt, nicht aus der Flasche zu trinken. Das gehört zum anständigen Leben wohl dazu, dass man nicht aus der Flasche trinkt, „wir sind ja nich‘ bei schlechte Leut‘“, hör‘ ich sie noch sagen. Und dieses in der Werbung dargestellte schlechte Benehmen hat schon seine Auswirkungen. Früher haben wir immer gesagt bekommen „trink‘ was, bevor du los musst, weil du kriegst erst wieder was, wenn du zurück bist“. Heutzutage schleppt jede Frau mindestens einen Sechserpack 1,5-Liter-Wasserflaschen in ihrer Handtasche herum, damit sie ja immer und überall davor bewahrt wird, plötzlich zu verdursten. Das geht so:
Flasche aus der Tasche kramen,
Flasche öffnen,
Flasche ansetzen,
einen Schluck trinken,
Flasche absetzen,
Flasche zuschrauben,
Flasche in die Tasche packen.
30 Sekunden später:
Flasche aus der Tasche kramen,
Flasche öffnen,
Flasche ansetzen,
einen Schluck trinken,
Flasche absetzen,
Flasche zuschrauben,
Flasche in die Tasche packen.
30 Sekunden später:
Flasche aus der Tasche kramen,
Flasche öffnen,
Flasche ansetzen,
einen Schluck trinken,
Flasche absetzen,
Flasche zuschrauben,
Flasche in die Tasche packen.
25 Sekunden später (trockener Hals vom vielen Reden):
Flasche aus der Tasche kramen,
Flasche öffnen,
Flasche ansetzen,
einen Schluck trinken,
Flasche absetzen,
Flasche in die Tasche packen,
laut schreien, weil man vergessen hat, die Flasche zuzuschrauben und jetzt die ganze Sauerei in der Tasche hat.
Auf dem Tisch steht ein Goldfischglas mit einem Goldfisch darin. Ein Junge kommt herein. Er trägt in der einen Hand eine Wasserflasche und auf den Ohren einen Kopfhörer, aus dem laute Musik dröhnt. Der Goldfisch miaut ein paar Mal und rammt so stark von innen gegen das Goldfischglas, sodass es auf dem Tisch verrutscht, der Junge öffnet die Flasche und gießt dem Goldfisch etwas von seinem Wasser ein.
Mal ehrlich: Seit wann miauen Goldfische? Soweit ich mich erinnere, sind Goldfische stumm. Ich möchte erst gar nicht davon sprechen, dass ein Goldfisch so stark innen gegen sein Goldfischglas schwimmen kann, sodass es sich auf dem Tisch bewegt. Aber was mich am meisten an diesem Werbespot aufregt ist die Tatsache, dass der Junge so laut Musik hört. Zum einen kann der den Goldfisch gar nicht miauen hören (abgesehen wie gesagt von der Tatsache, dass ein Goldfisch generell nicht miauen kann) und zum anderen wird der Junge spätestens mit 20 Jahren taub sein, wenn er weiterhin so laut Musik hört!
Außerdem mal ehrlich: Das große, Hamburger Stadion, in dem der HSV spielt, heißt bei mir zukünftig wieder „Volksparkstadion“. Ich habe es satt, mich alle paar Stunden an einen neuen Namen gewöhnen zu müssen. Wie heißt sie eigentlich im Moment? Ha, zu spät, der Name hat gerade wieder gewechselt ;)
Donnerstag, 23. September 2010
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